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Goldmacher sind verrufen schier

Spruchbild: Goldmacher sind verrufen schier, wie wohl ein jeder weiß. Doch bleiben zwei, die längst er …

Goldmacher sind verrufen schier, wie wohl ein jeder weiß. Doch bleiben zwei, die längst erprobt: die Ehe und der Fleiß. Der Fleiß macht Gold. Nicht jeder trifft's. Man plagt sich früh und spat und dankt zuletzt dem lieben Gott, dass man sein Auskommen hat. Die Ehe ist viel besser dran, sie braucht nicht Glück. Nur Zeit: Nach fünfundzwanzig ist sie silbern so wie heut! Noch fünfundzwanzig (ihr sollt sehn, ich lad euch freundlich ein), so wird sie (wie jetzt silbern nur), so wird sie golden sein! Wer Lieb und Treu im Herzen trägt und wem sie Gleiches weiht, für den ist, wie der Weltsturm braust, noch heut die goldne Zeit.

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Über Franz Grillparzer

Über den Autor

Dramatiker · Österreichisch · 1791 - 1872

Franz Grillparzer (1791–1872) war ein österreichischer Dramatiker, der in Wien wirkte und die Spannungen zwischen Pflicht, Leidenschaft und politischer Ordnung auf die Bühne brachte. Seine Stücke und Gedanken verbinden klassisches Formbewusstsein mit einer skeptischen Sicht auf Macht, Ruhm und Selbsttäuschung. Dadurch blieb er eine prägende Stimme österreichischer Literatur.

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Franz Grillparzer (1791–1872) gehörte zu den prägenden österreichischen Dramatikern des 19. Jahrhunderts. In Werken wie „Sappho" und „Der Traum, ein Leben" verhandelte er Konflikte zwischen persönlichem Wunsch, gesellschaftlicher Rolle und historischer Verantwortung. Seine Texte stehen zwischen Klassik, Biedermeier und beginnender Moderne: formal kontrolliert, psychologisch aufmerksam und politisch oft vorsichtig, aber nicht harmlos. Grillparzers Nachwirkung hängt auch damit zusammen, dass er Österreich nicht nur als Kulisse, sondern als geistigen und politischen Erfahrungsraum zeigte. Seine Aphorismen und dramatischen Sätze wirken weiter, weil sie die Grenzen des Ehrgeizes und die Brüchigkeit menschlicher Größe ohne Pathos benennen.

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