
Offenheit ist ein Luxus der Freiheit, den sich nur derjenige leisten kann, d er genug Stärke nicht nur für die Folgen hat, sondern auch für den eventuellen Missbrauch.
Bedeutung
Schyboll beschreibt Offenheit als anspruchsvolle Freiheit, nicht als bloße Spontaneität. Wer ehrlich und transparent spricht, muss nicht nur die direkten Folgen tragen, sondern auch damit rechnen, dass andere diese Offenheit missverstehen oder ausnutzen. Deshalb braucht Offenheit Stärke, Urteilskraft und Grenzen. Der Spruch idealisiert Offenheit nicht bedingungslos: Sie ist wertvoll, aber nicht naiv. Freiheit zeigt sich darin, bewusst offen sein zu können und zugleich Verantwortung für mögliche Wirkungen und Risiken zu übernehmen.
Verwendung
Passend für Texte über Ehrlichkeit, Kommunikation, Führung, Beziehungen, Therapie oder öffentliche Debatten. Der Spruch eignet sich, wenn Offenheit mit Verantwortung verbunden werden soll. Er wirkt besonders gut bei Gesprächen über Vertrauen, Vertraulichkeit und die Frage, wann Transparenz mutig oder unklug ist. Der Anlass sollte klar erkennbar sein.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 5.00 von 5 (2 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.97 von 5
Über Christa Schyboll
Über den Autor
*1952
Christa Schyboll (*1952) ist eine deutschsprachige Autorin, deren Aphorismen häufig politische, psychologische und gesellschaftliche Beobachtungen zuspitzen. Ihre Texte arbeiten mit nüchternem Witz und einer wachen Skepsis gegenüber Macht, Sprache und menschlicher Bequemlichkeit. Dabei geht es nicht nur um private Lebensweisheit, sondern auch um Machtmechanismen, öffentliche Rede und die Selbsttäuschungen moderner Gesellschaften.
Mehr erfahren
Christa Schyboll (*1952) schreibt in einer aphoristischen Form, die Alltagspsychologie und Zeitkritik eng verbindet. Ihre Sprüche beobachten, wie schnell Gedanken, Sprache und politische Begriffe außer Kontrolle geraten können, und halten dagegen mit knapper, kontrollierter Formulierung. Dabei geht es nicht nur um private Lebensweisheit, sondern auch um Machtmechanismen, öffentliche Rede und die Selbsttäuschungen moderner Gesellschaften. Schybolls Wirkung liegt in der Zuspitzung: Ein Gedanke wird so verdichtet, dass er zugleich komisch, unangenehm und prüfbar bleibt. Ihre Texte passen besonders dort, wo Nachdenklichkeit nicht weichgespült werden soll.
Ähnliche Sprüche
Wenn schon die Gedanken häufig entfesselt sind, tut man gut daran, wenigstens seine Zunge im Zaum zu halten.
— Christa Schyboll
Ernüchternde Gedanken sind in manchen Fällen vergleichbar mit Drogenentzug.
— Christa Schyboll
Erreicht die Wellenfront der politischen Machbarkeit den Rand des absoluten Steueraufkommens, werden die neuen Subvent …
— Christa Schyboll
Wir sind, was wir denken. Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken machen wir die We …
— Buddha
Zweifle an der Sonne Klarheit, zweifle an der Sterne Licht, zweifle, ob lügen kann die Wahrheit, nur an meiner Liebe …
— William Shakespeare
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Christa Schyboll →