
Eines Morgens wachst du nicht mehr auf. Die Vögel aber singen, wie sie gestern sangen. Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf. - Nur du bist fortgegangen - Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen dir Glück.
Bedeutung
Der Spruch verbindet Abschied mit der Vorstellung, dass Tod nicht nur Ende, sondern auch Uebergang sein kann. Die Bilder von Freiheit, Licht oder fortgesetztem Singen nehmen den Schmerz ernst und setzen ihm einen vorsichtigen Trost entgegen. Seine Bedeutung liegt nicht darin, Trauer zu erklaeren, sondern dem Verlust eine Sprache zu geben, die Liebe und Loslassen nebeneinander stehen laesst. Gerade weil der Ton schwer ist, sollte die Aussage Trost anbieten, ohne Schmerz zu ueberdecken oder Angehoerigen eine Deutung aufzudraengen.
Verwendung
Er passt in Kondolenzkarten, Traueranzeigen, Erinnerungsseiten oder eine kurze Ansprache am Grab, wenn Schmerz und Trost behutsam nebeneinander stehen sollen. In persoenlichen Nachrichten sollte die Formulierung nur gewaehlt werden, wenn der Ton zur betroffenen Person passt. Wegen Tod, Trauer oder schwerem Trost sollte der Spruch behutsam und nur in einem bewusst passenden Zusammenhang verwendet werden.
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Über Johann Wolfgang von Goethe
Über den Autor
Dichter und Dramatiker · Deutsch · 1749 - 1832
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) schuf mit „Die Leiden des jungen Werthers" und „Faust" zwei Werke, die die europäische Literatur dauerhaft formten.
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Goethe stammte aus einer wohlhabenden Frankfurter Familie und studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft, bevor er sich der Dichtkunst zuwandte. Ab 1775 lebte er am Hof in Weimar, wo er als Minister und Freund von Herzog Carl August politische Ämter bekleidete und 25 Jahre lang das Weimarer Hoftheater leitete. Neben der Literatur widmete er sich intensiv der Naturforschung.
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