
Fasst die Flügel des Vogels in Gold, und er wird sich nie wieder in die Lüfte schwingen.
Bedeutung
Tagore verdichtet in einem Naturbild die Paradoxie von Besitz und Freiheit: Gold soll die Flügel des Vogels kostbar machen, aber es macht sie schwer, bis er nicht mehr fliegen kann. Was ihn wertvoll machen soll, nimmt ihm das, was ihn wertvoll macht. Das ist ein Einwand gegen Besitzdenken in Beziehungen: Wer das Lebendige festhalten und einschließen will, tötet genau das, was er liebt. Liebe und Freundschaft können nicht kontrolliert werden, ohne ihre Natur grundlegend zu zerstören.
Verwendung
Als poetisches Argument gegen Eifersucht, Kontrollverhalten oder besitzergreifende Liebe, die das Geliebte erdrückt. Passt in Gespräche über Freiheit und Verbundenheit in Beziehungen, als nachdenklicher Hochzeitsvers oder als Reflexion für Menschen, die mit dem Loslassen kämpfen. Auch als Bildunterschrift zu einem Naturfoto mit Vogel oder weitem Himmel.
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Über Rabindranath Tagore
Über den Autor
Philosoph · 1861 - 1941
Rabindranath Tagore (1861–1941) war ein bengalischer Dichter, Maler und Komponist, der 1913 als erster Asiate den Nobelpreis für Literatur erhielt.
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Tagore revolutionierte die bengalische Literatur während der „Bengalischen Renaissance" mit Werken wie Gitanjali und Das Heim und die Welt. Zwei seiner Lieder wurden zu Nationalhymnen: Jana Gana Mana für Indien und Amar Shonar Bangla für Bangladesch. Als Sozialreformer und Universalgelehrter griff er gezielt die klassische Formensprache seiner Heimatkunst an, um sie zu modernisieren.

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