
Der weibliche Charakter wird so oft nicht verstanden, eben weil es die schöne Natur des Weibes ist, seine Seele zu verhüllen wie seine Reize.
Bedeutung
Schlegels Satz trägt ein deutlich historisches Frauenbild. Er erklärt den weiblichen Charakter als schwer verständlich, weil es zur „Natur des Weibes“ gehöre, Seele und Reize zu verhüllen. Das kann poetisch gemeint sein, wirkt heute aber leicht essentialistisch und männlich betrachtend. Als Zitat zeigt es romantische Vorstellungen von Weiblichkeit, Geheimnis und Verhüllung. Zeitgemäß hilfreich ist es nur, wenn man diese Perspektive erkennt und nicht unkritisch übernimmt. id betont besonders das romantische Frauenbild und seine moderne Begrenzung und macht die Deutung dadurch enger am Wortlaut fest.
Verwendung
Passend ist der Spruch fuer literaturhistorische Kontexte, Texte ueber Romantik oder Diskussionen ueber alte Geschlechterbilder. Fuer moderne Komplimente, Frauenportraets oder Beziehungskarten ist er nur eingeschraenkt geeignet, weil Frauen stark aus maennlicher Beobachtung beschrieben werden. Heute sollte der Spruch nur eingeordnet erscheinen, weil seine Vorstellung von weiblicher Natur deutlich historisch und nicht mehr zeitgemaess wirkt.
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Über Friedrich von Schlegel
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1772 - 1829
Friedrich von Schlegel (1772–1829) war Kulturphilosoph der Jenaer Frühromantik, der die Konzepte der romantischen Ironie und der „progressiven Universalpoesie" prägte.
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Als Pionier der Sprachtypologie und Indologe lenkte er mit seiner Monographie „Über die Sprache und Weisheit der Indier" die europäische Aufmerksamkeit auf Indien – ohne das Land je besucht zu haben. Seine aphoristischen Schriften inspirierten u. a. den Historiker Leopold von Ranke, und sein essayistisches Werk wurde von Marcel Reich-Ranicki in seinen Literaturkanon aufgenommen.

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— Friedrich von Schlegel
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