
Wer Dir als Freund nichts nützen kann, kann allemal als Feind Dir schaden.
Bedeutung
Gellert formuliert eine nüchterne Weisheit über Freundschaft und Feindschaft: Wer als Freund keinen Nutzen bringen kann oder will, besitzt im Konfliktfall trotzdem volle Macht zu schaden. Die Aussage mahnt zur Wachsamkeit – nicht jede neutrale Beziehung bleibt neutral, wenn sich die Umstände verändern. Freundschaft ist damit auch ein strategischer Schutz vor zukünftigen Gefahren. Gellert denkt Beziehungen nüchtern und vorausschauend: Selbst scheinbar schwache Bindungen können im Ernstfall über Schutz, Gefahr oder Schaden entscheiden.
Verwendung
Für Texte über zwischenmenschliche Klugheit, Freundschaftspsychologie oder politische Beziehungen und Allianzen. Als Zitat in Ratgebern über soziale Netzwerke oder in Diskussionen über Loyalität, Vertrauen und die tiefe Bedeutung verlässlicher Beziehungen im Leben. Besonders passend, wenn Freundschaft nicht romantisiert, sondern als verlässliches Netz gegenseitiger Verantwortung betrachtet wird.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.20 von 5 (5 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.91 von 5
Über Christian Fürchtegott Gellert
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1715 - 1769
Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) war deutscher Dichter und Moralphilosoph der Aufklärung, der neben Christian Felix Weiße als meistgelesener Schriftsteller seiner Zeit galt.
Mehr erfahren
Geboren am 4. Juli 1715 in Hainichen, verbrachte Gellert den Großteil seines Lebens in Leipzig, wo er am 13. Dezember 1769 starb. Als Vertreter der Aufklärung verband er dichterisches Schaffen mit moralphilosophischem Denken und erreichte damit ein breites Lesepublikum im deutschsprachigen Raum.
Ähnliche Sprüche
Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von dem Tode auferwecke …
— Christian Fürchtegott Gellert
Von allem, was ich Schönes weiß, behält die Freundschaft doch den Preis; und wer auf dieses Gut sich nichts zugute tut, …
— Christian Fürchtegott Gellert
Der Geizhals bleibt im Tode karg: zehn Blicke wirft er auf den Sarg, und tausend wirft er mit Entsetzen nach den m …
— Christian Fürchtegott Gellert
Wenn alle Menschen ihr Missgeschick auf einen einzigen großen Haufen legten, von dem sich jeder den gleichen Anteil zu …
— Sokrates
Es tut so gut, mal wieder hemmungslos zu weinen und nicht zu fragen, was wohl die anderen meinen. Sich einfach nur den …
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Christian Fürchtegott Gellert →