
Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Unrecht nicht gäbe.
Bedeutung
Heraklit denkt Recht und Unrecht als Gegensätze, die einander erkennbar machen. Ohne Erfahrung von Unrecht gäbe es keinen Anlass, Recht als eigenen Begriff zu benennen. Der Spruch passt zu Heraklits Philosophie des Spannungsverhältnisses: Dinge werden durch ihren Gegensatz sichtbar. Gemeint ist nicht, dass Unrecht nötig oder gut sei, sondern dass menschliches Bewusstsein Unterschiede braucht. Gerechtigkeit erhält Kontur, weil es Verletzung, Maßlosigkeit und Ungleichgewicht gibt.
Verwendung
Passend für Recht, Ethik, Philosophieunterricht oder Texte über Gerechtigkeit. Der Ton ist knapp und gedanklich anspruchsvoll, geeignet für Vorträge, Seminare oder Zitatkarten, die zum Nachdenken über Gegensätze anregen. Auch für kurze redaktionelle Begleittexte geeignet, wenn Anlass, Publikum, Medium und Ton sorgfältig zusammenpassen.
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Über Heraklit von Ephesos
Über den Autor
Philosoph · Antik-Griechisch · 550 - 480 v. Chr.
Heraklit von Ephesos (um 520–460 v. Chr.) war ein vorsokratischer Philosoph, dessen Lehre vom ewigen Wandel aller Dinge später auf die Formel „panta rhei" verkürzt wurde.
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Sein Werk ist nur in Zitaten späterer Autoren überliefert – kurze Fragmente voller Aphorismen, Paradoxien und Wortspielen. Neben dem Prinzip des beständigen Werdens und Wandels beschäftigte ihn der Begriff des Logos als vernunftgemäße Weltordnung sowie die spannungsgeladene Einheit von Gegensätzen wie Tag und Nacht oder Eintracht und Zwietracht.

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