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Die Bildung, die wir den Kindern erteilen

Spruchbild: Die Bildung, die wir den Kindern erteilen, bezweckt bei Licht besehen nur eben, die üblich …

Die Bildung, die wir den Kindern erteilen, bezweckt bei Licht besehen nur eben, die übliche Masse von Vorurteilen ihnen ins Leben mitzugeben.

Bedeutung

Paul Heyse formuliert hier eine scharfe und unbequeme Kritik an Erziehung als blosser Weitergabe gesellschaftlicher Vorurteile unter dem Deckmantel der Bildung. Schulische und familiaere Erziehung, so die provokante These, zielt nicht auf freies Denken und kritische Urteilsbildung, sondern auf die Reproduktion der bestehenden gesellschaftlichen Vorstellungen und Wertungen - von Generation zu Generation. Die Kritik trifft besonders dort, wo Erziehung Anpassung als Bildung ausgibt. Heyse fordert indirekt eine Bildung, die Kinder zum eigenen Urteil befaehigt.

Verwendung

Passend fuer kritische Bildungstexte, paedagogische Fachdebatten und Beitrage ueber Vorurteile und gesellschaftliche Prägung. Geeignet fuer Essays ueber Erziehungskritik, Schule als Institution oder Medien und ihren Einfluss. Spricht Leser an, die die Mechanismen gesellschaftlicher Prägung hinterfragen und Bildung als echtes Befreiungsmittel verstehen moechten.

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Über Paul Johann Ludwig von Heyse

Über den Autor

1830 - 1914

Paul Johann Ludwig von Heyse (1830–1914) war der erste deutsche Belletrist, dem 1910 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, und hinterließ u. a. rund 180 Novellen.

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Heyse wurde in Berlin geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in München, wo er als einflussreicher „Dichterfürst" Freundschaften mit den führenden Geistern seiner Zeit pflegte. Sein Gesamtwerk umfasst neben den Novellen auch 68 Dramen, acht Romane und zahlreiche Gedichte – verlegt in 15 Bänden von je rund 700 Seiten. Theodor Fontane traute ihm zu, seiner Epoche den Namen zu geben und ein „Heysesches Zeitalter" einzuleiten.

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