
Die Schilderung der schlechten Charaktere gelingt oft besser als die der guten, weil sie in uns selber schlummern.
Bedeutung
Friedrich Georg Jünger richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen charakter und fehler. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Die Worte bleiben nah am konkreten Bild des Spruchs und vermeiden deshalb eine austauschbare Moral.
Verwendung
Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Leben, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Friedrich Georg Jünger
Über den Autor
Deutsch · 1898 - 1977
Friedrich Georg Jünger (1898–1977) war ein deutscher Lyriker, Erzähler und Essayist, der mit kulturkritischen Werken über Technik und Mythos hervortrat.
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Geboren in Hannover, verbrachte er seinen späteren Lebensabschnitt in Überlingen am Bodensee. Als Bruder Ernst Jüngers entwickelte er eine eigenständige literarische Stimme, die klassische Lyrik mit zivilisationskritischem Denken verband. Sein Essay „Die Perfektion der Technik" (1946) gilt als eines der frühen Grundlagenwerke der Technikkritik im deutschsprachigen Raum.

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