
Die Natur scheint es weise eingerichtet zu haben, dass die Torheiten der Menschen schnell vorübergehen; doch die Bücher verewigen diese.
Bedeutung
Montaigne beobachtet einen Widerspruch zwischen Vergänglichkeit und Schrift. Menschliche Torheiten würden von selbst vergehen, doch Bücher können sie dauerhaft bewahren und weitertragen. Das ist zugleich Kritik und Selbstironie eines Autors: Schrift schützt Wissen, aber auch Irrtum, Eitelkeit und Fehlurteile vor dem Verschwinden. Der Spruch mahnt zur Verantwortung des Schreibens und Lesens. Nicht alles, was festgehalten wird, verdient dadurch schon Dauer oder Autorität. Gerade deshalb fordert Montaigne geistige Sorgfalt im Umgang mit Texten.
Verwendung
Geeignet für Literatur, Medienkritik, Bibliotheken, Schreibworkshops und Essays über Erinnerung. Der Spruch passt gut als nachdenkliches Zitat in Vorträgen oder Artikeln. Sein Ton ist klug, skeptisch und leicht ironisch. Auch als Einstieg für Diskussionen über Verantwortung von Autorinnen, Autoren und Verlagen geeignet. Besonders für literarische Kontexte gut geeignet.
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Über Michel de Montaigne
Über den Autor
Philosoph · Französisch · 1533 - 1592
Michel de Montaigne (1533–1592) war französischer Jurist, Skeptiker und Humanist – vor allem aber Begründer der Essayistik als eigenständige Literaturgattung.
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Als dem katholischen Glauben verbundener Politiker bewegte er sich im Umfeld der französischen Monarchie in der Spätrenaissance und der beginnenden Gegenreformation. Seine auf Schloss Montaigne im Périgord verfassten „Essais" gelten als Geburtsstunde einer bis heute lebendigen Schreibform, die das eigene Denken und Erleben in den Mittelpunkt stellt.

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