
Man lernt nur dann und wann etwas, aber man vergisst den ganzen Tag.
Bedeutung
Schopenhauer beschreibt das Vergessen als eigentlichen Dauerzustand des Alltags, während das Lernen nur gelegentlich und in kleinen Dosen gelingt. Das ist keine Anklage gegen den Menschen, sondern eine ernüchternde Bestandsaufnahme seiner Natur: Der natürliche Rhythmus des Geistes ist nicht Akkumulation, sondern Vergessen mit sporadischem Zuwachs. Dahinter steckt eine tiefe Skepsis gegenüber dem Vertrauen auf Gedächtnis und Bildung als dauerhaften und wirklich verlässlichen persönlichen Besitz.
Verwendung
Passt als pointiertes Zitat in Texten und Reden über Lernen, Gedächtnis und Bildung sowie ihre Grenzen. Auch geeignet als humorvoller, nachdenklicher Einstieg für Vorträge über Lernpsychologie oder als Impuls in Seminaren über Wissenserhalt und die Bedingungen von nachhaltigem Verstehen.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.50 von 5 (4 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.97 von 5
Über Arthur Schopenhauer
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1788 - 1816
Arthur Schopenhauer (1788–1860) entwarf eine Philosophie des subjektiven Idealismus, die Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik auf einem irrationalen Weltprinzip gründet.
Mehr erfahren
Schopenhauer verstand sich als Vollender Immanuel Kants und baute seine Lehre zugleich auf der Ideenlehre Platons sowie indischen Philosophien auf. Er gehörte zu den ersten deutschsprachigen Philosophen, die ein irrationales Prinzip als Grundlage der Welt vertraten. Seine Werke beeinflussten u. a. Nietzsche, Freud und Wagner nachhaltig.

Ähnliche Sprüche
Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.
— Arthur Schopenhauer
Im Herzen steckt der Mensch, nicht im Kopf
— Arthur Schopenhauer
Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.
— Arthur Schopenhauer
Es tut so gut, mal wieder hemmungslos zu weinen und nicht zu fragen, was wohl die anderen meinen. Sich einfach nur den …
Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.
— Seneca
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Arthur Schopenhauer →