
Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.
Bedeutung
Brecht formuliert eine bittere Asymmetrie: Gewalt und Krieg können spontan entschieden werden – Schreiben, das der Gewalt etwas entgegensetzen soll, braucht Reflexion, Zeit und Denkarbeit. Das ist eine indirekte Kritik an der Schnelligkeit politischer Gewalt und zugleich eine Verteidigung des langsamen, denkenden Schreibens als notwendiger Gegenarbeit zur Geschwindigkeit der Macht. Brecht stellt die Langsamkeit des Schreibens gegen die Geschwindigkeit politischer Gewalt. Der Satz verteidigt Denken und Sprache gegen Kriegshandeln, das oft schneller zerstört, als Literatur begreifen kann.
Verwendung
Als Argument für die politische Relevanz von Literatur und nachdenklichem Schreiben. Passend in Diskussionen über Medien, Kriegspropaganda oder als Verteidigung intellektueller Langsamkeit gegen die Schnelligkeit der Nachrichtenwelt. Passend ist das Zitat für Friedensarbeit, Literatur, politische Bildung oder Texte über Kunst und Verantwortung. Es braucht einen ernsten Rahmen, weil Krieg und Schreiben sehr scharf gegeneinander gestellt werden.
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Über Bertolt Brecht
Über den Autor
Dramatiker · Deutsch · 1898 - 1956
Bertolt Brecht (1898–1956) war ein deutscher Dramatiker, der mit Stücken wie der Dreigroschenoper und Mutter Courage das epische Theater begründete.
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Brecht erneuerte mit seinem ersten Gedichtband Hauspostille die Balladendichtung durch Bänkelsang und Couplet. Im Exil entstand sein Gedichtband Svendborger Gedichte, in dem er das Kinderlied für das Volkslied erschloss. Neben Drama und Lyrik erlangte er mit Kurzprosa wie den Geschichten vom Herrn Keuner und Der Augsburger Kreidekreis breite Anerkennung.

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