
Manche Menschen werden hauptsächlich deshalb für gescheit gehalten, weil ihnen das wenige, das sie wissen, im richtigen Augenblick einfällt.
Bedeutung
Friedrich Julius Stahl richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen augenblick und klugheit. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Die Worte bleiben nah am konkreten Bild des Spruchs und vermeiden deshalb eine austauschbare Moral.
Verwendung
Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Bildung, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Friedrich Julius Stahl
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1802 - 1861
Friedrich Julius Stahl (1802–1861) formulierte konservative Rechtsphilosophie und wurde zu einem Hauptdenker des preußischen Konservatismus.
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Geboren als Jude, konvertierte er zum Protestantismus und verband in seinem Denken Monarchie, Christentum und historische Legitimität. Stahl lehrte in Erlangen, Würzburg, Heidelberg und Berlin und wirkte zugleich politisch im Umfeld der preußischen Reaktion. Seine Schriften richten sich scharf gegen revolutionäre und liberale Staatsauffassungen.

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