
Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.
Bedeutung
Cicero formuliert ein Grundprinzip öffentlicher Verantwortung. Der Staatsdienst gehört den Bürgern, denen er dienen soll, nicht den Amtsinhabern, die ihn verwalten. Die Unterscheidung ist knapp, aber politisch zentral: Macht ist Treuhand, kein Besitz. Der Satz kritisiert Korruption, Selbstbedienung und Amtsvergessenheit. Wer ein öffentliches Amt trägt, soll seinen Nutzen nicht aus der Stellung ziehen, sondern dem Gemeinwesen nutzen, das ihm anvertraut wurde. Dadurch geht es vor allem um öffentliches Amt als Treuhand für die Bürger, nicht um eine beliebig austauschbare Moral.
Verwendung
Passend ist das Zitat für politische Bildung, Verwaltung, Reden über Amtsethos, Korruptionskritik oder demokratische Verantwortung. Es eignet sich besonders in sachlichen Kontexten, in denen Dienst am Gemeinwohl gegen Eigennutz gestellt werden soll. Gut funktioniert er, wenn der Text den Gemeinwohlbezug knapp und persönlich aufgreift. Ein aktueller Amts- oder Verwaltungsbezug macht die Verwendung besonders klar.
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Über Marcus Tullius Cicero
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Römisch · 106 - 43 v. Chr.
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) war der berühmteste Redner Roms, der 63 v. Chr. als Konsul die Verschwörung des Catilina niederschlug und dafür den Titel „Vater des Vaterlandes" erhielt.
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Als Schriftsteller galt Cicero schon in der Antike als stilistisches Vorbild „goldener" Latinität und begründete damit den Ciceronianismus. Philosophisch machte er sich vor allem als Vermittler griechischen Gedankenguts für die lateinischsprachige Welt verdient. Sein umfangreicher Briefwechsel, besonders die Briefe an Atticus, prägte nachhaltig die europäische Briefkultur.

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