
Von hundert gebildeten und feinfühlenden Menschen würden schon heute wahrscheinlich neunzig nie mehr Fleisch essen, wenn sie selber das Tier erschlagen oder erstechen müßten, das sie verzehren.
Bedeutung
Bertha von Suttner stellt die Distanz zwischen Fleischkonsum und Tötung des Tieres in den Mittelpunkt. Viele gebildete und feinfühlende Menschen könnten demnach nicht mehr essen, was sie selbst töten müssten. Der Spruch kritisiert keine einzelne Mahlzeit, sondern eine Verdrängung: Empfindsamkeit bleibt bequem, solange andere den brutalen Schritt übernehmen. Die Aussage fordert moralische Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Konsum. Sie verbindet Mitgefühl, Verantwortung und die Frage, wie viel Realität hinter Gewohnheiten verborgen wird.
Verwendung
Geeignet für Diskussionen über Vegetarismus, Tierethik, Ernährung, Konsumverantwortung oder historische Friedens- und Reformbewegungen. Der Spruch passt, wenn die emotionale Distanz zur Fleischproduktion thematisiert werden soll. Für lockere Rezeptseiten ist er zu konfrontativ, in Essays oder Unterricht aber wirkungsvoll und diskussionsstark mit ruhigem Ton passend.
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Über Bertha Freifrau von Suttner
Über den Autor
1843 - 1914
Bertha von Suttner (1843–1914) war eine österreichische Pazifistin und Schriftstellerin, die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhielt.
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Geboren als Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, veröffentlichte sie ihre Werke teils unter den Pseudonymen B. Oulot und Jemand. Als Friedensforscherin setzte sie sich zeit ihres Lebens aktiv gegen Krieg ein. Der Friedensnobelpreis, für den sie ausgezeichnet wurde, war zu diesem Zeitpunkt erst seit 1901 vergeben worden.
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