
Vor der Entschuldigung "Ich habe nicht die Zeit, krank zu sein" hat jede Krankheit tiefe Achtung. Nur da macht sie Wohnung, wo sie mit aller Bequemlichkeit auf- und angenommen, wo sie gehegt und gepflegt wird.
Bedeutung
Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen entschuldigung und gelegenheit. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Die Worte bleiben nah am konkreten Bild des Spruchs und vermeiden deshalb eine austauschbare Moral.
Verwendung
Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Gesundheit, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere
Über den Autor
Schriftsteller · Deutsch · 1741 - 1796
Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere (1741–1796) war Königsberger Bürgermeister und schrieb früh für die bürgerliche Gleichstellung der Frauen.
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Er stand Immanuel Kant nahe und verband Verwaltungsamt, Satire und Gesellschaftskritik. In Schriften wie „Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber“ griff er rechtliche und soziale Schranken scharf an. Seine Prosatexte mischen Aufklärung, Ironie und moralischen Ernst.
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