
Ein Einäugiger wird Gott erst in dem Moment danken, da er einen Blinden begegnet.
Bedeutung
Das Sprichwort zeigt, wie eng Dankbarkeit mit dem Vergleich verbunden ist. Wer glaubt, wenig zu haben, erkennt seinen Reichtum oft erst, wenn er jemandem begegnet, dem es noch schlechter geht. Was als Last erscheint, kann aus anderer Perspektive bereits ein Geschenk sein. Dankbarkeit entsteht selten im Aufblick nach oben, oft erst im Vergleich mit dem, was fehlt. Das Sprichwort ist eine Einladung zur Relativierung des eigenen Schicksals.
Verwendung
Passt in Texte über Dankbarkeit, Perspektive und Selbstwahrnehmung. Gut als Impuls in Reden über Zufriedenheit und innere Haltung gegenüber dem eigenen Schicksal. Wegen des religiösen Bezugs auf Gott auch für christliche und spirituelle Kontexte geeignet. In leichten Alltagsgesprächen besser zurückhaltend einsetzen.
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