
Wer nichts weiß und nicht weiß, dass er nichts weiß, ist ein Narr. - Scheue ihn. Wer nichts weiß und weiß, dass er nichts weiß, ist ein Kind. - Lehre ihn. Wer weiß und nicht weiß, dass er weiß, schläft. - Wecke ihn. Wer weiß und weiß, dass er weiß, ist ein Weiser. - Folge ihm.
Bedeutung
Der Spruch unterscheidet vier Haltungen zum Wissen: unwissende Selbstüberschätzung, lernbereite Unwissenheit, unerkannte Fähigkeit und bewusste Weisheit. Seine Pointe liegt darin, dass nicht Wissen allein entscheidet, sondern das Verhältnis zum eigenen Wissen. Wer nicht weiß und sich überschätzt, wird gefährlich; wer seine Grenzen erkennt, kann lernen. Der Text ist zugleich eine kleine Anleitung zum Umgang mit Menschen: meiden, lehren, wecken oder folgen, je nachdem, ob Einsicht, Entwicklung oder Reife vorhanden ist.
Verwendung
Gut passt der Spruch zu Schulabschluss, Prüfungen, Lehrerreden, Seminaren oder persönlichen Notizen über Lernen und Selbsterkenntnis. Wegen seiner Länge eignet er sich eher für eine Karte mit Platz, ein Programmheft oder eine Rede als für kurze Messenger-Grüße. Der Ton ist lehrhaft, aber nicht abwertend, wenn er klug eingebettet wird.
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