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Ein Herz, wahrhaftig gut und schön

Spruchbild: Ein Herz, wahrhaftig gut und schön, wird oft sich täuschen lassen, lässt durch den Schein  …

Ein Herz, wahrhaftig gut und schön, wird oft sich täuschen lassen, lässt durch den Schein sich hintergehn, und kann sich nie dazu verstehn, vorher Verdacht zu fassen.

Bedeutung

Anna Luise Karsch beschreibt das unvermeidliche Schicksal des guten Herzens: Gerade weil es wahrhaftig und offen ist, lässt es sich leichter täuschen als ein misstrauisches. Wer selbst nicht manipuliert und täuscht, rechnet nicht damit – und so wird das gütige Herz zum leichten Opfer des Scheins. Die Dichterin benennt diese Verletzlichkeit nicht als moralischen Fehler, sondern als unvermeidliche Konsequenz echter moralischer Reinheit und aufrichtiger Herzensgüte.

Verwendung

Passend für Texte über Vertrauen, Enttäuschung und die tiefe Verletzlichkeit aufrichtiger Menschen. Geeignet in Poesiealben, romantischen Kontexten oder als nachdenkliches Zitat in Beiträgen über Menschenkenntnis, Naivität und das schwierige Dilemma der echten Herzensbildung. Geeignet auch als Impulszitat für Beiträge, die die schwierige Balance zwischen Offenheit und Selbstschutz im menschlichen Miteinander beschreiben.

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Über Anna Luise Karsch

Über den Autor

Dichter · Deutsch · 1722 - 1791

Anna Luise Karsch (1722–1791) wurde als „Karschin“ berühmt und gehörte zu den ersten deutschsprachigen Berufsschriftstellerinnen.

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Aus einfachen Verhältnissen kommend machte sie durch improvisierte Gelegenheitsgedichte am Berliner Hof auf sich aufmerksam. Ihre Laufbahn zeigt den schwierigen Weg einer Autorin zu finanzieller Eigenständigkeit im 18. Jahrhundert. Briefe und Gedichte verbinden soziale Erfahrung mit starkem Selbstbewusstsein.

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