
Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein. Und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.
Bedeutung
Der Poesiealbumvers stellt das bescheidene Veilchen der stolzen Rose gegenüber. Sittsam, bescheiden und rein gelten als erwünschte Eigenschaften, während sichtbare Bewunderung kritisch gesehen wird. Das ist typisch für ältere Erziehungs- und Tugendverse, wirkt heute aber normativ und besonders für Mädchenrollen altmodisch. Als historischer Albumvers ist er verständlich, als moderner Lebensrat zu eng. Rose und Veilchen tragen eine moralische Gegenüberstellung, nicht nur ein Blumenbild. Das Veilchen steht für Zurücknahme, die Rose für sichtbar gewollte Bewunderung.
Verwendung
Der Vers passt höchstens in nostalgische Poesiealben oder Sammlungen alter Tugendverse. Für heutige Kinderkarten oder Selbstwertbotschaften sollte er nicht unkommentiert empfohlen werden. Eine kritische Einordnung verhindert falsche Tugendnormen. Der Spruch idealisiert Bescheidenheit und Reinheit in einer altmodischen Rollenlogik und braucht Einordnung.
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