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Wenn man nicht lügt

Spruchbild: Wenn man nicht lügt oder der Gewöhnung verfallen ist, ist es jedesmal das erste Mal, wenn  …

Wenn man nicht lügt oder der Gewöhnung verfallen ist, ist es jedesmal das erste Mal, wenn man sagt: ich liebe dich.

Bedeutung

Münster beschreibt die Liebeserklärung als etwas, das sich immer wieder erneuern kann. Wenn man nicht lügt und nicht nur aus Gewohnheit spricht, ist jedes „ich liebe dich“ ein erstes Mal. Der Satz schützt die großen Worte vor Abnutzung. Liebe wird nicht durch Wiederholung leer, sondern durch Unehrlichkeit oder Routine. Wahr gesprochen bleibt sie gegenwärtig, riskant und frisch, auch wenn sie schon oft ausgesprochen wurde. So bleibt der Sinn bei die erneuerte Wahrheit einer nicht routinierten Liebeserklärung und verliert sich nicht in allgemeiner Lebensklugheit.

Verwendung

Passend ist das Zitat für Liebesbriefe, Jahrestage, Trauungen oder Versöhnungen, wenn die Worte bewusst neu gemeint sind. Bei Beziehungen, in denen „ich liebe dich“ nur noch Formel ist, kann der Satz auch als leise Prüfung wirken. Am stärksten wirkt er, wenn die bewusste Erneuerung der Liebesworte im unmittelbaren Umfeld des Spruchs erkennbar ist.

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Über Clemens Münster

Über den Autor

Schriftsteller · Deutsch · 1906 - 1998

Clemens Münster (1906–1998) war Journalist, Schriftsteller und später Fernsehdirektor im deutschen Rundfunkwesen.

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Er arbeitete in Presse, Hörfunk und Fernsehen und verband publizistische Praxis mit literarischer Tätigkeit. Münster gehörte zu jener Generation, die Medienkultur der Nachkriegszeit organisatorisch mit aufbaute. Seine Texte bewegen sich zwischen Feuilleton, Erinnerung und kulturjournalistischer Beobachtung.

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