
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn.
Bedeutung
Rainer Maria Rilke richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen erfolg und leben. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Die Worte bleiben nah am konkreten Bild des Spruchs und vermeiden deshalb eine austauschbare Moral.
Verwendung
Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Leben, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.50 von 5 (6 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.04 von 5
Über Rainer Maria Rilke
Über den Autor
Österreichisch · 1875 - 1926
Rainer Maria Rilke (1875–1926) schrieb auf Deutsch und Französisch und vollendete mit den Duineser Elegien den Höhepunkt der Elegie in der deutschsprachigen Literatur.
Mehr erfahren
Mit dem Stunden-Buch (1905) und den Neuen Gedichten, deren Dinglyrik von der bildenden Kunst beeinflusst wurde, etablierte er sich als Lyriker der literarischen Moderne. Sein einziger Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge zählt zu seinen bedeutendsten Prosawerken. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke erlangte bereits zu seinen Lebzeiten Kultstatus.
Ähnliche Sprüche
Dass etwas schwer ist, muß ein Grund mehr sein, es zu tun.
— Rainer Maria Rilke
Es fällt niemanden ein, von einem Einzelnen zu verlangen, dass er glücklich sei, - heiratet aber einer, so ist man s …
— Rainer Maria Rilke
Die Freude ist ein Moment, unverpflichtet, von vornherein zeitlos, nicht zu halten, aber auch nicht eigentlich wiede …
— Rainer Maria Rilke
Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
— Albert Einstein
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Rainer Maria Rilke →