
Wenn Torheit täte weh, o welch erbärmlich Schrei´n würd’ in der ganzen Welt in allen Häusern sein!
Bedeutung
Logau macht aus einem einfachen Gedankenspiel eine bittere Bestandsaufnahme. Wenn Torheit körperlichen Schmerz verursachte, wäre die Welt voller Klagen – denn Dummheit ist weit verbreitet, nur unsichtbar, weil sie nicht wehtut. Das Paradoxe: Gerade weil Unverstand keine unmittelbaren Konsequenzen für den Täter hat, bleibt er weitgehend unkontrolliert. Der Satz richtet sich weniger gegen einzelne Menschen als gegen eine allgemeine Schwäche der menschlichen Vernunft. Seine Sprengkraft liegt darin, dass er auch den Leser einschließt.
Verwendung
In Essays über Vernunft oder Gesellschaftskritik lässt sich das Zitat gut einsetzen, ebenso in Reden, wenn Dummheit oder Leichtsinn höflich benannt werden sollen. In einer Diskussion über Fehlerkultur oder Bildungsdefizite lässt er sich mit leichtem Schmunzeln verwenden. Als direktes Zitat in persönlichen Konflikten wirkt er leicht herablassend – besser in Texten als in Gesprächen.
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Über Friedrich von Logau
Über den Autor
Dichter · 1604 - 1655
Friedrich von Logau (1605–1655) war ein schlesischer Barockdichter und Epigrammatiker, der unter dem Pseudonym Salomon von Golaw über 3.000 Sinngedichte verfasste.
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Er wurde in Brockuth bei Nimptsch im Herzogtum Brieg geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Schlesien. Als einer der produktivsten Epigrammatiker des deutschen Barocks hinterließ er ein Werk, das scharfsinnige Gesellschaftskritik mit prägnanter Kürze verband. Er starb 1655 in Liegnitz im Herzogtum Liegnitz.

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— Friedrich von Logau
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