
Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor.
Bedeutung
Hippokrates von Kós richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen krankheit und natur. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Der starke Ton gehoert zur Aussage, sollte aber nicht ohne passenden Anlass neben leichten Spruechen stehen.
Verwendung
Er passt in Texte ueber Gesundheit, Lebensfuehrung oder Selbstsorge, wenn der Gedanke ruhig eingeordnet wird. Medizinische oder moralische Deutungen sollten nicht als Rat missverstanden werden; ein persoenlicher oder historischer Kontext hilft. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Hippokrates von Kós
Über den Autor
460 - 370 v. Chr.
Hippokrates von Kós (460–370 v. Chr.) war ein griechischer Arzt, der ärztliches Handeln von priesterlicher Magie löste und die Humoralpathologie mit ihrer Vier-Säfte-Lehre begründete.
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Als „Vater der Medizin" etablierte er die Heilkunde als Erfahrungswissenschaft, die auf systematischer Beobachtung und Beschreibung von Krankheitssymptomen beruht. Er verband medizinisches Handeln mit einem hohen ethischen Anspruch, dessen Echo bis heute im Hippokratischen Eid nachhallt. Von seinen zugeschriebenen Schriften erlangten vor allem die Aphorismen weitreichende Verbreitung.
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