
Das Ende einer Liebe erhöht die Sehschärfe.
Bedeutung
Schnitzler beschreibt eine bittere Ironie des Liebesendes: Solange man liebt, schützen Gefühl und Wunschdenken vor unangenehmen Wahrheiten. Man sieht, was man sehen möchte, und übersieht, was stört. Erst wenn die Liebe endet, fallen diese Filter weg. Die Wahrnehmung schärft sich – oft schmerzhaft und ohne Vorwarnung. Der Satz trifft Menschen, die nach einer Trennung rückblickend vieles klarer sehen und sich fragen, warum sie es nicht früher erkannt haben. Schnitzler formuliert das ohne Klage, aber mit unerbittlicher Präzision.
Verwendung
Der Satz passt als nachdenkliches Zitat nach einer Trennung oder in Reflexionen über das Ende einer Beziehung. Er eignet sich für persönliche Texte, literarische Rückblicke oder als Einstieg in Gespräche über die selektive Wahrnehmung in der Liebe. Auf Karten zur Aufmunterung wirkt er zu kühl; besser in ruhigeren, analytischen Momenten.
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Über Arthur Schnitzler
Über den Autor
Dramatiker · Österreichisch · 1862 - 1931
Arthur Schnitzler (1862–1931) war ein Wiener Arzt und Dramatiker, dessen Werke die Psychologie des Bürgertums und die Erotik im Wien der Jahrhundertwende schonungslos beleuchteten.
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Als Sohn eines renommierten Kehlkopfspezialisten studierte Schnitzler Medizin und arbeitete als Arzt, bevor er sich ganz der Literatur widmete. Seine Werke, darunter Dramen und Erzählungen, greifen frühe psychoanalytische Ideen auf und spiegeln den Zeitgeist des fin de siècle in Wien wider.

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— Arthur Schnitzler
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— Arthur Schnitzler
Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst den rechten Augenblick nützen ist alles.
— Arthur Schnitzler
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— Platon
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