
Ist das Wasser zu klar, wird kein Fisch darin sein. Ist der Mensch allzu klug, so bleibt er allein.
Bedeutung
Das fernöstliche Sprichwort beschreibt einen Preis der Überklugheit: Wer zu rein ist, zu analytisch, zu kritisch – findet keinen Freund, so wie klares Wasser keinen Fisch bietet. Menschen brauchen Trübung, Wärme, ein bisschen Unschärfe – um Verbindungen zu ermöglichen. Das Wasserbild warnt vor übertriebener Klarheit und übertriebener Klugheit. Wer alles durchsichtig und kontrolliert haben will, verliert Lebendigkeit, Nähe und manchmal auch Gesellschaft. Der Bezug zu Freundschaft bleibt dadurch konkret, weil der Gedanke nicht allgemein belehrt, sondern eine erkennbare Situation, Spannung oder Pointe aus dem Wortlaut entfaltet.
Verwendung
Als Einladung zur sozialen Wärme und weniger perfektem Anspruch. Passend in Diskussionen über intellektuelle Einsamkeit oder als Argument, dass Hochbegabte manchmal ihre Sozialfähigkeit trainieren müssen. Geeignet ist der Spruch für Freundschaft, Klugheit, Bescheidenheit oder soziale Balance. Er passt, wenn jemand daran erinnert werden soll, dass zu viel Schärfe und Kontrolle Beziehungen austrocknen kann.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.50 von 5 (12 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.17 von 5

Ähnliche Sprüche
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat.
— Mark Twain
Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
— Albert Einstein
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Ein Freund versteht deine Vergangenheit, glaubt an deine Zukunft und akzeptiert dich heute, so wie du bist.
Eine kleine Meinungsverschiedenheit kann eine grosse Freundschaft nicht zerstören