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Rechtschaffenheit ist eine sehr seltene Tugend

Spruchbild: Rechtschaffenheit ist eine sehr seltene Tugend,  und der Mensch, der sie im höchsten Grade …

Rechtschaffenheit ist eine sehr seltene Tugend, und der Mensch, der sie im höchsten Grade zu besitzen glaubt, hat sie oft am wenigsten

Bedeutung

Balzac misstraut der Selbstgewissheit moralischer Menschen. Rechtschaffenheit ist für ihn selten, gerade weil sie durch den Glauben an die eigene Tugend gefährdet wird. Wer sich für besonders anständig hält, übersieht leichter seine blinden Flecken, Interessen und Eitelkeiten. Der Spruch verbindet Tugend mit Selbsterkenntnis: Moralischer Anspruch genügt nicht, wenn Selbstkritik fehlt. Seine Schärfe passt zu Balzacs Menschenbild, das gesellschaftliche Masken, Ehrgeiz und Selbsttäuschung aufmerksam beobachtet und entlarvt in vielen sozialen Rollen.

Verwendung

Passend für Essays über Charakter, Ethik, Politik, Führung oder literarische Menschenkenntnis. Der Ton ist kritisch und pointiert. Gut geeignet, wenn Selbstgerechtigkeit hinterfragt werden soll, etwa in Kommentaren, Seminaren, Diskussionen über Verantwortung oder Texten zu moralischer Glaubwürdigkeit. Für Glückwünsche ist er meist zu streng einzusetzen.

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Über Honoré de Balzac

Über den Autor

Schriftsteller · Französisch · 1799 - 1850

Honoré de Balzac (1799–1850) schuf mit „La Comédie humaine" einen 88-teiligen, unvollendeten Romanzyklus über die französische Gesellschaft seiner Zeit.

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Obwohl er der Romantiker-Generation angehörte, wird Balzac gemeinsam mit Stendhal und Gustave Flaubert als einer der drei großen französischen Realisten des 19. Jahrhunderts betrachtet. Seine Romane und Erzählungen aus „La Comédie humaine" entwerfen ein panoramisches Gesellschaftsbild Frankreichs – von der Aristokratie bis zum Bürgertum.

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