
Tadle nichts Menschliches! Alles ist gut, nur nicht überall, nur nicht immer, nur nicht für alle.
Bedeutung
Novalis, der Frühromantiker, formuliert in diesem Aphorismus eine relativistische und zugleich versöhnliche Haltung gegenüber menschlichen Schwächen und Fehlern: Nichts Menschliches ist grundsätzlich schlecht – es ist nur eine Frage des Ortes, des Zeitpunkts und der Person, ob etwas gut oder problematisch ist. Das ist keine moralische Beliebigkeit, sondern eine Einladung zur kontextsensitiven Beurteilung: Bevor man tadelt, sollte man verstehen. Novalis, der für seine poetische Tiefe und sein Vertrauen in die menschliche Natur bekannt war, beschreibt damit eine Haltung der Milde, die Differenzierung dem schnellen Urteil vorzieht.
Verwendung
Passend als Novalis-Zitat in Texten über Milde, Toleranz und das kontextsensitive Urteilen über menschliche Handlungen sowie für Beiträge über Menschenbild, Romantik und den Wert der Differenzierung. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über Nachsicht, Verständnis und die Komplexität moralischen Urteilens.
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Über Novalis
Über den Autor
Dichter · Deutsch · 1772 - 1801
Novalis (1772–1801), eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, war ein deutscher Dichter und Philosoph der Frühromantik.
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Er wurde auf Schloss Oberwiederstedt geboren und starb bereits mit 28 Jahren in Weißenfels. Unter seinem Pseudonym Novalis hinterließ er trotz seines kurzen Lebens bedeutende Werke, die die deutsche Frühromantik maßgeblich prägten.

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