
Mancher, der sich vor dem Gerichte Gottes zu sehr gefürchtet hat, wird sich in der Ewigkeit ein klein wenig schämen müssen, dass er dem Herrn nicht noch mehr Gnade zugetraut hat.
Bedeutung
Bengel spricht in einem ausdrücklich religiösen Ton über Angst vor Gottes Gericht. Der Satz wendet sich gegen ein Glaubensleben, das Gottes Gnade kleiner denkt als seine Strenge. Wer sich übermäßig fürchtet, könnte sich später schämen, weil er dem Herrn nicht mehr Barmherzigkeit zugetraut hat. Die Aussage ist seelsorglich: Sie nimmt Schuld und Gericht ernst, aber sie verschiebt den Schwerpunkt hin zu Vertrauen, Verzeihen und Gnade. Die kleine Scham in der Ewigkeit ist dabei kein Spott, sondern eine sanfte Korrektur ängstlichen Glaubens.
Verwendung
Passend ist der Spruch für Predigten, Andachten, seelsorgliche Briefe oder Gespräche mit Menschen, die unter religiöser Angst leiden. Für Karten eignet er sich nur in ausdrücklich christlichem Umfeld, am besten mit persönlicher seelsorglicher Nähe. Außerhalb christlicher Kontexte ist der Spruch nur eingeschränkt passend, weil Gericht, Herr, Ewigkeit und Gnade klare Glaubenssprache mit möglichem Druckcharakter sind.
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Über Johann Albrecht Bengel
Über den Autor
Theologe · Deutsch · 1687 - 1752
Johann Albrecht Bengel (1687–1752) war Pietist, Neutestamentler und Autor der „Gnomon“-Auslegung zum Neuen Testament.
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In Denkendorf unterrichtete er lange an der Klosterschule und verband Gelehrsamkeit mit Frömmigkeitspraxis. Seine textkritischen Arbeiten zum griechischen Neuen Testament beeinflussten die Bibelforschung des 18. Jahrhunderts. Zugleich rechnete er intensiv an prophetischen Zeitplänen.
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