796 Sprüche — Seite 24
Was den Menschen innerlich bewegt, entzieht sich häufig nüchterner Erklärung und findet doch im Bild des Herzens einen unmittelbaren Ausdruck. Dort haben Liebe, Schmerz, Mut, Erinnerung und Sehnsucht ihren symbolischen Ort. Deshalb steht dieses Thema seit jeher für jene Wahrheit, die nicht allein mit dem Verstand erfasst wird.
Seine sprachliche Kraft liegt darin, das Tiefste des Empfindens zugleich zart und klar benennen zu können. Die Sprüche zu diesem Thema erzählen von Verwundbarkeit und Treue, von innerer Wärme und stillem Leid und machen sichtbar, wie eng Gefühl und Lebenssinn miteinander verbunden sind.
Wahre Herzensdemut kann nur der Gedanke an Gott und der Blick in die große Natur geben.
— Karl Julius Weber
Viel übles hab' an Menschen ich bemerkt; das schlimmste ist ein unversöhnlich Herz.
— Franz Grillparzer
Der Dichter ist das Herz der Welt.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Nur der Mensch hat ein Herz, der es auch für seine Mitmenschen hat.
— Maxim Gorki
Sie verwechseln ihren Hintern mit ihrem Herzen und glauben, der Mond sei dafür geschaffen, ihren Lokus zu beleuchten.
— Gustave Flaubert
Was das Auge nicht sieht, beschwert das Herz nicht.
Die Familie ist das Vaterland des Herzens.
— Giuseppe Mazzini
Die Mutter trägt im Leibe, das Kind drei Vierteljahr; die Mutter trägt auf Armen das Kind, weil's schwach noch war; die Mutter trägt im Herzen die Kinder immerdar.
— Friedrich von Logau
Die Musik ist imstande, bei Unglück in der Liebe zu trösten.
— Diogenes von Apollonia
Der dunkelste Erdteil ist nicht Afrika, sondern des Menschen Herz
— Max Frommel
Herz, du verlierst sehr viel, wenn du nichts aushältst!
— Florence Nightingale
Das Brot der Heimat nimmt kein Ende, und die davon essen, bekommen goldene Herzen voll Fröhlichkeit und Güte.
— Hermann Stehr
Freundlichen Menschen schenkt Gott schon bei der Geburt den Schlüssel zu anderen Herzen.
— Edward Young
Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.
— Matthias Claudius
Woher sind wir geboren? Aus Lieb. Wie wären wir verloren? Ohn Lieb. Was hilft uns überwinden? Die Lieb. Kann man auch Liebe finden? Duch Lieb. Was lässt uns lange weinen? Die Lieb. Was soll …
— Johann Wolfgang von Goethe
Bei jedem Geschenk oder Opfer gibt es zwei Arten von Dankbarkeit, die unmittelbare, wenn wir etwas entgegennehmen, und die tiefere, wenn wir etwas weggeben
Das Lächeln ist ein Licht, das sich im Fenster eines Gesichts zeigt und anzeigt, dass das Herz daheim ist.
Unternimm nie etwas, wozu du nicht das Herz hast, dir den Segen des Himmels zu erbitten.
— Georg Christoph Lichtenberg
Das Herz und die Rose sind das einzig unvergängliche.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.
— Johann Wolfgang von Goethe