126 Sprüche — Seite 45
Wo Schwere nicht geleugnet, aber auf menschliche Weise gelockert wird, zeigt sich Humor. Er verbindet Schärfe mit Milde, Distanz mit Wärme und macht das Leben erträglicher, ohne es kleinzureden. Deshalb besitzt dieses Thema eine kluge Heiterkeit, die weit über bloßen Witz hinausgeht.
Sein Wert zeigt sich besonders dort, wo Verbissenheit den Blick verengt und ein Lächeln wieder Luft schafft. Humor schützt vor Übersteigerung des eigenen Ichs und verleiht selbst ernsten Situationen ein Stück Beweglichkeit.
Melkt der Bauer statt der Kuh die Sau, ist er mal wieder restlos blau
Muht die Kuh laut im Getreide, war ein Loch im Zaun der Weide.
Schmeißt der Knecht die Hose hin, liegt die Magd im Heu schon drin
Spielt der Bauer abends Karten, muss die Bäuerin halt warten!
Stinkt der Bauer arg nach Mist, gibt's zum Nachtisch Ehezwist.
Trinkt der Bauer und fährt Traktor, wird er zum Gefahrenfaktor!
Verliert der Bauer seine Hose, war bestimmt der Gummi lose.
Wenn die Bäurin tobt, der Bauer zittert, hat sie das mit der Magd gewittert
Wenn die Frau Migräne plagt, steigt der Bauer gern zur Magd
Wenn es draussen windet und wettert, der Bauer auf die Bäurin klettert
Zu tief in die Jauche schaun', macht den Bauern sportlich braun.
Pflanzt der Bauer Öko-Beete, denkt er kichernd an die Knete!
Braucht der Bauer nur einen Schinken, sieht man die Sau mit dem Holzbein winken!
Stirbt der Bauer im Oktober, braucht er im Winter keinen Pullover!
Ist der Regen nicht von Dauer, war es nur ein kurzer Schauer.
Liegt der Bauer tot im Keller, war der Knecht mal wieder schneller.
Wenn es nachts im Bette kracht der Bauer seine Erben macht.
Wenn der Knecht wie Elvis singt die Kuh im Takt den Euter schwingt.
Läßt der Bauer einen fahren, flieht das Vieh in hellen Scharen.
Wenn im Mai die Triebe walten, kann den Bauern keiner halten.