60 Sprüche — Seite 3
Der Juni trägt Fülle, Wärme und wachsende Reife in sich. Felder, Gärten und lange Tage verleihen ihm eine heitere Dichte, in der der Sommer schon sichtbar wird, ohne seine Spätschwere erreicht zu haben. Darum wirkt dieser Monat in Spruchtraditionen oft zugleich freundlich, fruchtbar und aufmerksam beobachtet.
Sprüche und Zitate zum Thema Juni lassen sich vielseitig einsetzen: als persönliche Widmung auf Karten, als Denkanstoß in Gesprächen, als Beschriftung von Fotos oder als tägliche Erinnerung an das, was wirklich zählt. Gute Zitate haben die Fähigkeit, einen Moment zu rahmen und ihm Bedeutung zu geben, die lange nachwirkt.
Nach St. Vitus ändert sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'. (15. Juni)
Juni mehr als nass, füllt mit gutem Wein das Fass.
Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul. (29. Juni)
Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit. (24. Juni)
Regen am Johannistag, nasse Ernte man erwarten mag. (24. Juni)
St. Johannis Regengüsse, verderben uns die besten Nüsse. (24. Juni)
Vor Johanni bitt' um Regen, danach kommt er ungelegen. (24. Juni)
Juniregen und Brauttränen dauern so lang wie's Gähnen.
Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass. (27. Juni)
Übermässig warmer Mai will, dass der Juni voller Nässe sei.
Wenn im Juni Nordwind geht, kommt Gewitter oft recht spät.
Schön zu St. Paul, füllt Tasche und Maul. (29. Juni)
Auf Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr. (29. Juni)
Peter und Paul hat Wasser im Maul. (29. Juni)
Wenn kalt und nass der Juni war verdirbt er meist das ganze Jahr.
Wie's Wetter um Medardi fällt, es bis zum Monatsende hält.
Soll Feld und Garten wohl gedeih'n, dann braucht's im Juni Sonnenschein.
Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm. (24. Juni)
Wenn die Junihitze sich stellt, so stellt sich auch die Dezemberkält'.
Juni viel Donner verkündet trüben Segen.