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Man soll niemanden etwas nachtragen

Spruchbild: Man soll niemanden etwas nachtragen.  Wir haben alle schon genug zu schleppen.

Man soll niemanden etwas nachtragen. Wir haben alle schon genug zu schleppen.

Bedeutung

Johannes von Müller verbindet Verzeihen mit dem Bild des Tragens. Niemandem etwas nachtragen bedeutet hier nicht nur Groll loslassen, sondern auch sich selbst entlasten. Wir schleppen bereits genug: Sorgen, Schuld, Pflichten, alte Verletzungen. Der Spruch ist warm und praktisch, weil er Vergebung nicht moralisch drohend formuliert, sondern als Erleichterung für alle Beteiligten. Dabei gilt: Nicht alles muss vergessen werden, nur weil man es nicht ständig weitertragen will. Dieser Unterschied macht den Satz ehrlich.

Verwendung

Gut für Versöhnung, persönliche Nachrichten nach Streit, Seelsorge, Beratung oder Reflexion über alten Groll. Bei schweren Verletzungen vorsichtig einsetzen, weil Loslassen nicht bedeuten darf, Unrecht zu verharmlosen oder zu vergessen. Am stärksten, wenn der Empfänger innerlich bereits bereit ist, Abstand zu nehmen und sich zu entlasten.

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Über Johannes von Müller

Über den Autor

Schweizerisch · 1752 - 1809

Johannes von Müller (1752–1809) schrieb die „Geschichten Schweizerischer Eidgenossenschaft“ und wurde zum bedeutenden Historiker der alten Schweiz.

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Er arbeitete als Publizist, Diplomat und Staatsmann in mehreren deutschen und österreichischen Diensten und war stark in die Gelehrtennetzwerke seiner Zeit eingebunden. Müllers Geschichtsschreibung verbindet Patriotismus, Quellenstudium und stilistische Wirkung. Seine öffentliche Rolle reichte weit über die reine Forschung hinaus.

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Quadratisches Spruchbild: Man soll niemanden etwas nachtragen.  Wir haben alle schon genug zu schleppen.

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