
Aus den Stellen, die jemand in Büchern anstreicht, kann man auf sein Bedürfnis oder auf sein Steckenpferd schließen.
Bedeutung
Ernst von Feuchtersleben, der österreichische Arzt und Moralist, formuliert in diesem Satz eine psychologische Beobachtung über das Lesen: Die Stellen, die jemand in einem Buch anstreicht, verraten seine Bedürfnisse oder seine heimlichen Gedanken. Das ist eine Einladung zur Selbstreflexion: Was mich an einem Text trifft, spricht nicht nur über den Text – es spricht über mich. Wer im Buch liest, liest auch in sich selbst. Feuchtersleben, der selbst zwischen Medizin und Moralphilosophie pendelte, beschreibt damit eine feine Methode der Selbsterkenntnis.
Verwendung
Passend als Feuchtersleben-Zitat in Texten über Lesen, Selbsterkenntnis und die psychologische Bedeutung persönlicher Lektürereaktion sowie für Beiträge über Literatur, Persönlichkeit und die Überzeugung, dass unsere Lektüre uns verrät. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über das Lesen als Spiegel des eigenen Inneren.
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Über Ernst von Feuchtersleben
Über den Autor
Philosoph · Österreichisch · 1806 - 1849
Ernst von Feuchtersleben (1806–1849) war ein Wiener Arzt, Lyriker und Essayist, dem fälschlicherweise die Einführung des Begriffs „Psychose" in die medizinische Literatur zugeschrieben wurde.
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