
Das Zugreifen ist doch der natürlichste Trieb der Menschheit. Greifen die Kinder nicht nach allem, was ihnen in den Sinn fällt?
Bedeutung
Goethe betrachtet das Zugreifen als ursprünglichen menschlichen Impuls. Kinder greifen nach Dingen, weil Neugier, Begehren und Weltaneignung noch unmittelbar zusammenfallen. Der Spruch beschreibt diesen Trieb nicht nur kritisch, sondern als natürliches Moment des Menschseins. Zugleich kann er auf Besitzdrang und fehlende Selbstbegrenzung hinweisen. Seine Beobachtung macht verständlich, dass Lernen oft mit Berühren, Ausprobieren und Habenwollen beginnt, bevor Vernunft und Maß hinzukommen. Der kindliche Zugriff erscheint als erstes Erkunden der Wirklichkeit.
Verwendung
Geeignet für pädagogische Texte, Reflexionen über Neugier, Entwicklung und menschliche Bedürfnisse. In Elternratgebern oder Vorträgen kann der Spruch als klassischer Einstieg dienen. Der Ton ist beobachtend, nicht sentimental. Er sollte mit einem Kontext kombiniert werden, der kindliche Neugier nicht vorschnell moralisiert. Auch für Texte über Entdecken und Ausprobieren geeignet.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 5.00 von 5 (2 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.97 von 5
Über Johann Wolfgang von Goethe
Über den Autor
Dichter und Dramatiker · Deutsch · 1749 - 1832
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) schuf mit „Die Leiden des jungen Werthers" und „Faust" zwei Werke, die die europäische Literatur dauerhaft formten.
Mehr erfahren
Goethe stammte aus einer wohlhabenden Frankfurter Familie und studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft, bevor er sich der Dichtkunst zuwandte. Ab 1775 lebte er am Hof in Weimar, wo er als Minister und Freund von Herzog Carl August politische Ämter bekleidete und 25 Jahre lang das Weimarer Hoftheater leitete. Neben der Literatur widmete er sich intensiv der Naturforschung.

Ähnliche Sprüche
Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel
— Johann Wolfgang von Goethe
Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken.
— Johann Wolfgang von Goethe
Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein; langen und bangen in schwebender Pein; himmelhoch jauchzend, zu Tode betrü …
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat.
— Mark Twain
Alkohol und Nikotin, rafft die halbe Menschheit hin. Doch ohne Schnaps und Rauch, stirbt die andere Hälfte auch.
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Johann Wolfgang von Goethe →