
Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehen
Bedeutung
Schopenhauer sieht im Tier eine vereinfachte Spiegelung des Menschen. Der Anblick erfreut, weil Tiere Eigenschaften offen zeigen, die beim Menschen von Sprache, Absicht und gesellschaftlichen Rollen überlagert sind. Freude an Tieren wird so zur Selbsterkenntnis: Wir entdecken Instinkt, Charakter und Bedürftigkeit in klarerer Form wieder. Der Spruch ist liebevoll und zugleich philosophisch, weil er Tiernähe mit der Frage nach dem eigenen Wesen verbindet. Deshalb berührt Tierbeobachtung zugleich Zuneigung und philosophische Neugier.
Verwendung
Geeignet für Tierkalender, Essays über Haustiere, philosophische Naturtexte oder persönliche Beiträge über Mensch-Tier-Beziehungen. Der Ton ist nachdenklich und sanft. Er passt gut zu Bildern von Tieren, wenn nicht nur Niedlichkeit, sondern auch Charakter, Nähe und Selbsterkenntnis angesprochen werden sollen. Eine ruhige Bildsprache mit Tierporträts unterstützt seine Wirkung.
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Über Arthur Schopenhauer
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1788 - 1816
Arthur Schopenhauer (1788–1860) entwarf eine Philosophie des subjektiven Idealismus, die Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik auf einem irrationalen Weltprinzip gründet.
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Schopenhauer verstand sich als Vollender Immanuel Kants und baute seine Lehre zugleich auf der Ideenlehre Platons sowie indischen Philosophien auf. Er gehörte zu den ersten deutschsprachigen Philosophen, die ein irrationales Prinzip als Grundlage der Welt vertraten. Seine Werke beeinflussten u. a. Nietzsche, Freud und Wagner nachhaltig.

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