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Der Geist läßt uns zu Göttern werden

Spruchbild: Der Geist läßt uns zu Göttern werden,  das Fleisch zu Tieren.

Der Geist läßt uns zu Göttern werden, das Fleisch zu Tieren.

Bedeutung

Erasmus stellt Geist und Fleisch als zwei entgegengesetzte Möglichkeiten des Menschen dar. Der Geist hebt uns durch Denken, Bildung und Selbstentwicklung über bloße Triebe hinaus; das Fleisch verweist auf Begierde, Körperlichkeit und Instinkt. Der Spruch folgt einer älteren humanistischen und religiös geprägten Spannung, in der Würde durch geistige Formung entsteht. Heute lässt er sich als Mahnung lesen, Verstand und Selbstbeherrschung nicht preiszugeben. Der Satz verlangt eine klare, heute erklärungsbedürftige Wertung.

Verwendung

Geeignet für philosophische Texte, Bildungszusammenhänge, historische Zitatseiten oder Reflexionen über Selbstdisziplin. Der Ton ist streng und klassisch. Für körperpositive oder lockere Lebensfreude-Kontexte passt er weniger, weil er Körperlichkeit stark abwertend gegen Geist und Entwicklung stellt. Eine historische Einordnung hilft, die strenge Gegenüberstellung zu verstehen.

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Über Erasmus von Rotterdam

Über den Autor

1469 - 1536

Erasmus von Rotterdam (1469–1536) war ein niederländischer Theologe, Philosoph und Philologe, der als „Fürst der Humanisten" 444 Bücher und Schriften herausgab.

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Als Universalgelehrter vereinte er die Rollen des Priesters, Autors und Kirchenreformers in einer Person. Sein kritisches Denken machte ihn zu einem der einflussreichsten Köpfe der Renaissance. Er starb 1536 in Basel, weit entfernt von seiner Geburtsstadt Rotterdam.

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