
Die größte Behinderung des Lebens liegt darin, ständig auf die Gesundheit zu achten.
Bedeutung
Platon formuliert einen zunächst paradox klingenden Gedanken: Nicht Krankheit, sondern übermäßige Gesundheitssorge kann das Leben behindern. Wer dauernd beobachtet, kontrolliert und vermeidet, verliert vor lauter Vorsicht die eigentliche Lebendigkeit. Der Satz unterscheidet vernünftige Fürsorge von einer Fixierung, die das Leben enger macht als nötig. Gesundheit ist Mittel zum Leben, nicht sein zentraler Inhalt und Zweck. Wer das vergisst, tauscht gelebtes Leben gegen bloße Erhaltung ein.
Verwendung
Gut geeignet für Texte über Gelassenheit, Lebensfreude, Gesundheitswahn oder Achtsamkeit mit Maß und Verhältnis. Bei Menschen mit realer Erkrankung sollte es sehr vorsichtig verwendet werden, weil medizinische Aufmerksamkeit dort notwendig und nicht hinderlich ist. Die Grenze zwischen vernünftiger Fürsorge und lähmender Fixierung muss im Kontext klar erkennbar und benannt sein.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.86 von 5 (7 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.21 von 5
Über Platon
Über den Autor
Philosoph · Antik-Griechisch · 427 - 347 v. Chr.
Platon (428/427–348/347 v. Chr.) war ein athenischer Philosoph, Schüler des Sokrates und Lehrer des Aristoteles, der die Ideenlehre begründete.
Mehr erfahren
Er etablierte den literarischen Dialog als philosophische Schreibform und verhalf dieser Gattung damit zum Durchbruch. Seine Werke umspannen Metaphysik, Ethik, Staatstheorie und Sprachphilosophie und setzten Maßstäbe für Jahrhunderte. Um dogmatische Festlegungen zu vermeiden, ließ er viele Fragen bewusst offen und überließ deren Klärung den Lesern.

Ähnliche Sprüche
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten …
— Platon
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit.
— Platon
Hast du einen Menschen gern, musst du ihn verstehen und nicht hier und da und dort nur nach seinen Fehlern sehen. Scha …
Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Platon →