
Kein Ding sieht so aus, wie es ist. Am wenigsten der Mensch, dieser lederne Sack voller Kniffe und Pfiffe.
Bedeutung
Busch misstraut dem äußeren Anschein und richtet seinen Spott besonders auf den Menschen. Nichts sieht so aus, wie es wirklich ist, und Menschen verbergen Tricks, Rollen und Berechnungen hinter ihrer Oberfläche. Die drastische Formulierung ist historisch-derb und bewusst unfein. Inhaltlich geht es um Täuschung, Selbstinszenierung und die Schwierigkeit, Wirklichkeit direkt zu erkennen. Die Pointe wirkt heute vor allem mit historischer Distanz, nicht als zeitgemäße Menschenbeschreibung. im heutigen Gebrauch und öffentlicher Darstellung
Verwendung
Geeignet höchstens für literarische, satirische oder historisch eingeordnete Sammlungen zu Wilhelm Busch. In allgemeinen Sinnspruch-Kontexten kann die grobe Menschenbeschreibung verletzend wirken. Redaktioneller Hinweis: Wegen derber, abwertender Sprache vor Veröffentlichung streng prüfen. Er sollte nicht ohne literarische Einordnung als allgemeiner Spruch über Menschen erscheinen. Eine Quellenangabe ist hier sinnvoll.
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Über Wilhelm Busch
Über den Autor
Dichter · Deutsch · 1832 - 1908
Wilhelm Busch (1832–1908) schuf mit Max und Moritz und Die fromme Helene Bildergeschichten, deren Zweizeiler wie „Vater werden ist nicht schwer" zu deutschen Redewendungen wurden.
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Als Pionier des Comics veröffentlichte Busch seine ersten Bildergeschichten ab 1859; seit den 1870er Jahren war er in ganz Deutschland berühmt. Satirisch nahm er darin Spießbürger-Doppelmoral und geistliche Frömmelei aufs Korn. Privat lebte der verschlossene Maler – beeinflusst von niederländischen Meistern – jahrzehntelang zurückgezogen in der Provinz und bezeichnete seine weltberühmten Werke selbst nur als „Schosen".
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Ein Onkel, der gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.
— Wilhelm Busch
Das Gute - dieser Satz steht fest - ist stets das Böse, was man läßt!
— Wilhelm Busch
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— Wilhelm Busch
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