
Was ist denn aber für ein Unterschied, ob die Weiber geradezu den Staat regieren, oder ob die, welche ihn regieren, sich von den Weibern beherrschen lassen?
Bedeutung
Aristoteles formuliert eine politische Paradoxie: Es macht keinen Unterschied, ob Frauen direkt regieren oder ob Männer, die regieren, von Frauen beeinflusst werden – das Ergebnis ist dasselbe. Das ist eine Beobachtung über indirekten weiblichen Einfluss in einer formal männlichen Herrschaftsstruktur. Historisch dokumentiert er damit ein echtes politisches Phänomen seiner Zeit. Die Schärfe entsteht aus dem Verhältnis von Macht, Verantwortung und öffentlicher Wirkung. Der Satz ist deshalb mehr als eine Laune: Er prüft, wer handelt, wer schweigt und welche Folgen politisches Denken im Alltag hat.
Verwendung
Passend ist das Zitat nur für historische Analysen antiker Geschlechterbilder oder politische Ideengeschichte. Für moderne Politik- oder Frauen-Themen ist es ungeeignet, weil es Frauenherrschaft abwertend als Gefahr für den Staat rahmt. Heute sollte der Spruch nur kritisch eingeordnet erscheinen, weil er sexistische und historisch belastete Sprache verwendet, und nicht unkommentiert empfohlen werden sollte. Ein kurzer Begleitkontext ist daher nötig.
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Über Aristoteles
Über den Autor
Philosoph · Antik-Griechisch · 384 - 322 v. Chr.
Aristoteles (384–322 v. Chr.) war ein griechischer Universalgelehrter, der Disziplinen wie Logik, Biologie und Dichtungstheorie begründete und dessen Denken den Aristotelismus hervorbrachte.
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Aristoteles wurde in Stageira geboren und starb in Chalkis auf Euböa. Er war ein Schüler Platons, übertraf seinen Lehrer jedoch an thematischer Breite: Von Ethik und Staatstheorie bis hin zu Medizin und Physik hinterließ er in nahezu jeder Wissenschaft grundlegende Werke. Sein systematisches Denken prägte die europäische Philosophie und Naturforschung bis weit in die Neuzeit.
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