
Ein jeder will gern ein verständiges Weib haben, aber die Mittel des Verstandes will man ihnen nicht zulassen.
Bedeutung
Dorothea Christiane Erxleben kritisiert die widersprüchliche Haltung gegenüber Frauenbildung. Männer wünschen sich eine verständige Frau, verwehren Frauen aber zugleich die Mittel, Verstand zu entwickeln und öffentlich zu nutzen. Der Spruch entlarvt eine patriarchale Doppelmoral: Von Frauen wird Klugheit erwartet, doch Bildung, Rechte und Entfaltung werden begrenzt. Seine historische Schärfe hängt mit Erxlebens Einsatz für weibliche Bildung zusammen. Die Aussage bleibt aktuell, wo Fähigkeiten gefordert, aber Zugänge und Chancen ungleich verteilt werden.
Verwendung
Passend für Texte über Frauenbildung, Gleichberechtigung, Aufklärung, Wissenschaftsgeschichte oder strukturelle Benachteiligung. Der Spruch eignet sich für historische und feministische Kontexte. Redaktioneller Hinweis: historisch sensible Formulierung mit veraltetem Geschlechterbegriff. Bitte mit einordnendem Kontext und nicht als allgemeiner Beziehungsspruch verwenden. Der Anlass sollte klar erkennbar sein.
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Über Dorothea Christiane Erxleben
Über den Autor
Deutsch · 1715 - 1762
Dorothea Christiane Erxleben (1715–1762) wurde 1754 als erste Frau in Deutschland promovierte Ärztin.
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Unterstützt von ihrem Vater und legitimiert durch eine Sondergenehmigung Friedrichs II. durchbrach sie die männlichen Bildungsbarrieren der Zeit. In ihrer Schrift über die Ursachen weiblicher Studienhindernisse argumentierte sie gegen die Ausgrenzung von Frauen aus der Gelehrsamkeit. Ihre medizinische Praxis führte sie in Quedlinburg.

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