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Wenn alle Menschen ihr Missgeschick auf einen einzigen

Spruchbild: Wenn alle Menschen ihr Missgeschick auf einen einzigen großen Haufen legten, von dem sich  …

Wenn alle Menschen ihr Missgeschick auf einen einzigen großen Haufen legten, von dem sich jeder den gleichen Anteil zu nehmen hätte, die meisten Menschen wären froh, wenn sie ihren eigenen Beitrag zurück bekommen und verschwinden könnten.

Bedeutung

Sokrates beschreibt ein Gedankenexperiment mit überraschender Wendung: Wenn alle Menschen ihre Sorgen in einen gemeinsamen Topf schütten und sich dann denselben Anteil zurücknehmen dürften, würden die meisten lieber ihre eigenen Probleme wieder mitnehmen als die eines anderen. Was uns von innen riesig erscheint, wirkt von außen oft kleiner – und fremdes Leid ist meist schwerer zu tragen, als es aussieht. Der Satz entlarvt Selbstmitleid nicht als Schwäche, sondern als eine verbreitete menschliche Tendenz, die jeder kennt.

Verwendung

Als Denkanstoß, wenn jemand glaubt, das schwerste Schicksal zu tragen. Gut in Gesprächen über Selbstmitleid, Empathie oder die Relativität von Problemen – in Beratungsgesprächen, Seminaren oder als stilles Gegengewicht zu überwältigenden Klagen. Wer ihn zitiert, sollte den Vergleichsgedanken kurz einleiten, damit die Pointe nicht als Verharmlosung klingt.

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Über Sokrates

Über den Autor

Philosoph · Antik-Griechisch · 470 - 399 v. Chr.

Sokrates (469–399 v. Chr.) war ein athenischer Philosoph, der mit seiner Methode des strukturierten Dialogs – der Maieutik – die Grundlage des abendländischen Denkens legte.

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Sokrates hinterließ keine eigenen Schriften; sein Denken ist allein durch die Werke seiner Schüler Platon und Xenophon überliefert. Er wurde wegen angeblich verderblichen Einflusses auf die Jugend und Missachtung der Götter zum Tod verurteilt, lehnte eine Flucht aus Respekt vor den Gesetzen ab und starb durch den Schierlingsbecher. Sein Einfluss auf die Philosophiegeschichte ist so prägend, dass alle griechischen Denker vor ihm heute als Vorsokratiker bezeichnet werden.

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