
Echtes ehren, Schlechtes wehren, Schweres üben, Schönes lieben.
Bedeutung
Paul von Heyse fasst in diesem Vierzeiler ein klassisches Lebensideal zusammen: Echtheit respektieren, Schlechtes aktiv abwehren, Schwieriges durch beharrliches Üben bewältigen und Schönheit mit aufrechter Zuneigung begegnen. Es ist ein poetisches Tugendprogramm im Stil des Bildungsbürgertums des 19. Jahrhunderts – kompakt, rhythmisch und in seinen Grundwerten noch heute verständlich und anwendbar. Die vier Zeilen verkörpern ein ganzheitliches Lebensideal. Der Vers verbindet Charakterbildung mit ästhetischem Empfinden und zeigt, dass Haltung, Übung und Liebe zusammengehören.
Verwendung
Typisch für Poesiealben, Konfirmationskarten oder Lebensweisheiten-Sammlungen. Passt als Widmung für junge Menschen beim Schulabschluss, zur Konfirmation oder als klassisches, werteorientiertes Wort bei Jugendweihe und anderen bedeutsamen Übergängen zwischen Kindheit und Erwachsenenleben. Besonders passend ist er, wenn klassische Bildungswerte knapp, feierlich und dennoch verständlich ausgesprochen werden sollen.
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Über Paul Johann Ludwig von Heyse
Über den Autor
1830 - 1914
Paul Johann Ludwig von Heyse (1830–1914) war der erste deutsche Belletrist, dem 1910 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, und hinterließ u. a. rund 180 Novellen.
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Heyse wurde in Berlin geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in München, wo er als einflussreicher „Dichterfürst" Freundschaften mit den führenden Geistern seiner Zeit pflegte. Sein Gesamtwerk umfasst neben den Novellen auch 68 Dramen, acht Romane und zahlreiche Gedichte – verlegt in 15 Bänden von je rund 700 Seiten. Theodor Fontane traute ihm zu, seiner Epoche den Namen zu geben und ein „Heysesches Zeitalter" einzuleiten.
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