
Wer sich nicht freut an Kleinigkeiten ist ärmlich dran zu allen Zeiten, er sieht oft, wie Herr Wieland spricht, den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Bedeutung
Aloys Blumauer greift in diesem Vers die Klage über mangelnde Freude an kleinen Dingen auf und verknüpft sie mit dem Bild des Waldes, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Wer immer nur das Große, das Wichtige oder das Fehlende im Blick hat, übersieht das Schöne, das jeden Tag um ihn herum geschieht. Blumauer zitiert dabei Christoph Martin Wieland, um zu zeigen, dass diese Einsicht keine neue ist. Der Vers ist ein Plädoyer für Achtsamkeit und Dankbarkeit im Alltag – die Fähigkeit, sich an kleinen Dingen zu erfreuen, als Schlüssel zu dauerhafter Zufriedenheit.
Verwendung
Passend für Texte über Achtsamkeit, Dankbarkeit und das Übersehen des Nahegelegenen sowie als literarisches Zitat in Beiträgen über Lebensfreude und Zufriedenheit. Auch geeignet als nachdenkliches Wort in Reden über den Wert des Alltäglichen und die Kunst des Hinschauens. Für volkskundliche Sammlungen oder Texte über Achtsamkeit bietet dieser Vers einen einprägsamen literarischen Beitrag über die alltägliche Kunst des Hinschauens.
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Über Aloys Blumauer
Über den Autor
Schriftsteller · Österreichisch · 1755 - 1798
Aloys Blumauer (1755–1798) schrieb eine satirische Travestie der „Aeneis“ und gehörte zur radikalen Wiener Aufklärung.
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Er trat zunächst in den Jesuitenorden ein, verließ ihn jedoch nach dessen Aufhebung. Gemeinsam mit Joseph Franz Ratschky gab er den „Wiener Musenalmanach“ heraus. Seine Texte griffen kirchliche Missstände, Aberglauben und höfische Formen mit Spott an.
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