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Wir leben in einem Zeitalter

Spruchbild: Wir leben in einem Zeitalter,  in dem die überflüssigen Ideen überhand nehmen  und die not …

Wir leben in einem Zeitalter, in dem die überflüssigen Ideen überhand nehmen und die notwendigen Gedanken ausbleiben

Bedeutung

Joseph Joubert formuliert eine kulturkritische Zeitdiagnose: Es gibt zu viele Ideen, die niemand braucht, und zu wenige Gedanken, die wirklich nötig wären. Das Überhandnehmen des Unnötigen verdrängt das Notwendige. Das klingt wie eine Beschreibung der Gegenwart, ist aber aus dem frühen 19. Jahrhundert. Joubert, ein französischer Moralist, hatte ein feines Gespür für das Verhältnis von Quantität und Qualität des Denkens – und seine Diagnose gilt heute mehr denn je.

Verwendung

Passt als nachdenkliches, kulturkritisches Zitat in Texten über Informationsüberflutung, Qualität des öffentlichen Diskurses oder das Verhältnis von Menge und Tiefe. Auch geeignet als Einstieg in Reden über die Notwendigkeit klaren Denkens in einer reizüberfluteten Zeit. Besonders passend als Einleitung für Texte über Medienqualität, Aufmerksamkeitsökonomie oder die Kunst des Weglassens.

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Über Joseph Joubert

Über den Autor

1754 - 1824

Joseph Joubert (1754–1824) war ein französischer Moralist und Essayist, der seine Gedanken vor allem in Notizbüchern festhielt. Seine Aphorismen kreisen um Sprache, Urteilskraft, Bildung und das stille Maß des Denkens. Er stand im Umfeld der französischen Moralistik, schrieb jedoch weniger als strenger Richter denn als Suchender nach gedanklicher Klarheit.

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Joseph Joubert (1754–1824) veröffentlichte zu Lebzeiten kaum größere Werke, hinterließ aber Notizbücher, die ihn als feinen Beobachter von Geist, Sprache und Charakter zeigen. Er stand im Umfeld der französischen Moralistik, schrieb jedoch weniger als strenger Richter denn als Suchender nach gedanklicher Klarheit. Seine kurzen Texte verbinden Skepsis mit Milde: Sie prüfen Begriffe, Gewohnheiten und Urteile, ohne sie in ein geschlossenes System zu zwingen. Gerade diese offene Form macht Joubert bis heute lesbar. Seine Sätze wirken wie kleine Denkbewegungen, in denen eine Beobachtung nicht abgeschlossen, sondern präziser gemacht wird.

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