
Herr Jesus Christus! Du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst die Not der Menschen. Du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht. Du vergisst mich nicht und suchst mich. Du willst, dass ich dich erkenne und mich zu dir kehre. Herr, ich höre deinen Ruf und folge. Hilf mir!
Bedeutung
Bonhoeffers Gebet spricht aus äußerster Not und bindet persönliche Verlassenheit an die Nähe Christi. Jesus wird als einer angerufen, der Armut, Gefangenschaft und menschliche Not kennt. Dadurch entsteht kein leichter Trost, sondern eine existenzielle Bitte um Beistand, Erinnerung und Umkehr. Der Text ist stark christologisch und biografisch mit Haft, Verfolgung und Glaubensentscheidung verbunden. Seine Kraft liegt in der Verbindung von Leid, Vertrauen und dem Wunsch, dem Ruf Gottes zu folgen.
Verwendung
Geeignet für Andachten, Gefängnisseelsorge, Gedenktexte zu Bonhoeffer, Passionszeit oder sehr ernste Gebetszusammenhänge. Nicht passend für dekorative Spruchbilder oder allgemeine Trostseiten ohne christlichen Kontext und konkrete redaktionelle Rahmung heute passend. Redaktioneller Hinweis: Wegen Haft-, Not- und Bekehrungssprache nur mit klarer religiöser und historischer Einordnung verwenden.
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Über Dietrich Bonhoeffer
Über den Autor
Theologe · Deutsch · 1906 - 1945
Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) war ein lutherischer Theologe der Bekennenden Kirche, der auf Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.
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Mit 24 Jahren habilitiert, leitete Bonhoeffer ab 1935 das illegale Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde. Ab 1933 stellte er sich öffentlich gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und schloss sich um 1938 dem Widerstand um Admiral Canaris an. Seine in der Haft verfassten Gefängnisbriefe gelten als theologisch einflussreich.
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