
Was mit Gewalt erlangt wird, kann nur mit Gewalt bewahrt werden
Bedeutung
Gandhi beschreibt Gewalt als eine Machtform, die sich selbst gefangen hält. Was durch Zwang gewonnen wird, bleibt unsicher, weil es jederzeit wieder Zwang braucht, um bestehen zu können. Der Satz richtet sich gegen die Illusion, Gewalt könne dauerhafte Ordnung schaffen. Er macht sichtbar, dass erzwungene Herrschaft nicht befriedet, sondern Abhängigkeit von weiterer Kontrolle erzeugt. Darin liegt der politische Kern gewaltfreien Denkens. Frieden und Stabilität können für Gandhi nicht aus dem Werkzeug entstehen, das sie zerstört.
Verwendung
Sehr passend ist das Zitat für Friedensarbeit, politische Bildung, Debatten über Unterdrückung oder Texte zu gewaltfreiem Widerstand. In alltäglichen Streitigkeiten wirkt es nur, wenn tatsächlich Macht, Druck oder Zwang im Spiel sind, nicht bloß eine Meinungsverschiedenheit. Wegen des direkten Gewaltbezugs sollte der Spruch nicht dekorativ ausgespielt werden, sondern in einem politisch oder friedensethisch klar eingeordneten Rahmen stehen.
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Über Mahatma Gandhi
Über den Autor
1869 - 1948
Mahatma Gandhi (1869–1948) war der geistige Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, der gewaltlosen Widerstand und zivilen Ungehorsam als politische Kampfmittel etablierte.
Mehr erfahren
Gandhi entwickelte seine Methoden des gewaltlosen politischen Kampfes zunächst in Südafrika, wo er sich für die Gleichberechtigung der Inder einsetzte. Nach seiner Rückkehr nach Indien 1915 führte er den Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft an, die 1947 endete. Er setzte sich für die Menschenrechte der Unberührbaren (Dalit) ein und trat für einen säkularen Staat ein, in dem Hindus und Muslime friedlich koexistieren sollten.

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