
Im Verdauen sind zweierlei Gnaden: Die Speise schlucken und sich ihrer entladen. Jenes bedrängt, dieses erfrischt; so wunderbar ist das Leben gemischt
Bedeutung
Friedrich von Bodelschwingh richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen abwechslung und essen. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Der starke Ton gehoert zur Aussage, sollte aber nicht ohne passenden Anlass neben leichten Spruechen stehen.
Verwendung
Er kann in Essays, Kommentaren oder thematischen Seiten zu Essen und Trinken stehen, wenn der schwere oder zugespitzte Ton bewusst gewollt ist. Fuer automatische Empfehlungen eignet er sich weniger, weil Tod, Krankheit, Spott oder historische Sensibilitaet ohne Kontext schnell schroff wirken. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.60 von 5 (5 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.04 von 5
Über Friedrich von Bodelschwingh
Über den Autor
1831 - 1910
Friedrich von Bodelschwingh (1831–1910) war ein evangelischer Theologe und Gründer der Anstalten Bethel bei Bielefeld, einer der größten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Europa.
Mehr erfahren
Er widmete sein Leben der Diakonie und gründete 1867 die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, die er bis zu seinem Tod leitete. Bethel entwickelte sich zu einem weitreichenden sozialen Werk, das Epilepsiekranken, Obdachlosen und weiteren hilfsbedürftigen Menschen Zuflucht bot. Sein Sohn Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere führte das Lebenswerk seines Vaters fort.
Ähnliche Sprüche
Halbe Narren sind wir alle, ganze Narren sperrt man ein, aber die Dreiviertelnarren machen uns die größte Pein.
— Friedrich von Bodelschwingh
Das ist das Wunder der Heiligen Nacht, dass in die Dunkelheit der Erde die helle Sonne scheint.
— Friedrich von Bodelschwingh
Im Licht der Ostersonne bekommen die Geheimnisse der Erde ein anderes Licht.
— Friedrich von Bodelschwingh
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Hast du einen Menschen gern, musst du ihn verstehen und nicht hier und da und dort nur nach seinen Fehlern sehen. Scha …
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Friedrich von Bodelschwingh →