
Das Leben ist wie eine Panik im Theater, das brennt. Jeder sucht den Ausgang, keiner findet ihn, jeder schlägt jeden, und wer fällt, hat Pech, er wird sofort zertrampelt.
Bedeutung
Jean-Paul Sartre richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen leben und opfer. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Der starke Ton gehoert zur Aussage, sollte aber nicht ohne passenden Anlass neben leichten Spruechen stehen.
Verwendung
Er kann in Essays, Kommentaren oder thematischen Seiten zu Leben stehen, wenn der schwere oder zugespitzte Ton bewusst gewollt ist. Fuer automatische Empfehlungen eignet er sich weniger, weil Tod, Religion, Spott oder kulturelle Sensibilitaet ohne Kontext schnell schroff wirken. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Jean-Paul Sartre
Über den Autor
Philosoph · Französisch · 1905 - 1980
Jean-Paul Sartre (1905–1980) war der führende Kopf des Existentialismus, der 1964 den Nobelpreis für Literatur ablehnte und mit „Das Sein und das Nichts" die Philosophie der Freiheit prägte.
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Sartre studierte an der École normale supérieure und lehrte zunächst als Gymnasiallehrer für Philosophie. Mit seinem Roman „Der Ekel" und zahlreichen Theaterstücken verband er Literatur und Philosophie zu einem einzigartigen Gesamtwerk. Jahrzehntelang führte er eine offene Lebenspartnerschaft mit der Philosophin Simone de Beauvoir, die selbst zur Ikone des Feminismus wurde.
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