
Die Unglücklichen sind gefährlich
Bedeutung
Goethe verdichtet in vier Worten eine menschliche und gesellschaftliche Wahrheit: Unglückliche Menschen sind gefährlich. Wer leidet, dem fehlt ein wesentliches Motiv zur Rücksichtnahme. Wer nichts zu verlieren hat, handelt skrupelloser. Das Unglück entbindet von sozialen Hemmungen und kann in Verzweiflung oder Aggression umschlagen. Goethe formuliert damit eine Warnung, die zugleich als Aufruf zu Mitgefühl gelesen werden kann: Gesellschaften, die Unglück unter ihren Mitgliedern zulassen, gefährden damit auch sich selbst. Die Kürze des Satzes verstärkt seine aphoristische Schlagkraft.
Verwendung
Geeignet in sozialpolitischen oder historischen Texten über die Folgen gesellschaftlicher Ungleichheit und sozialer Ausgrenzung. Passend als Denkanstoß in Diskussionen über Armut, Ressentiments oder gesellschaftliche Spannungen. Auch treffend in Essays über Empathie und die soziale Verantwortung gegenüber Menschen in schwierigen Lebenslagen.
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Über Johann Wolfgang von Goethe
Über den Autor
Dichter und Dramatiker · Deutsch · 1749 - 1832
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) schuf mit „Die Leiden des jungen Werthers" und „Faust" zwei Werke, die die europäische Literatur dauerhaft formten.
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Goethe stammte aus einer wohlhabenden Frankfurter Familie und studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft, bevor er sich der Dichtkunst zuwandte. Ab 1775 lebte er am Hof in Weimar, wo er als Minister und Freund von Herzog Carl August politische Ämter bekleidete und 25 Jahre lang das Weimarer Hoftheater leitete. Neben der Literatur widmete er sich intensiv der Naturforschung.

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